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Wer haftet bei Elektroschäden durch Pfuscharbeiten?

Elektroschäden durch fehlerhafte Arbeiten können teuer werden – doch wer trägt die Kosten? Wir erklären, wann der Handwerker haftet, wann die Versicherung zahlt und wie Sie sich schützen.

Fachbetrieb überprüft fehlerhafte Elektroinstallation, Sicherungkasten mit Leitungsschutzschaltern

Wer haftet bei Elektroschäden durch Pfuscharbeiten?

Elektroschäden entstehen schnell – und wenn sie durch unsaubere Elektroinstallationen verursacht werden, kann es zu erheblichen finanziellen und rechtlichen Konsequenzen kommen. Die zentrale Frage lautet: Wer muss für den Schaden aufkommen? Die Antwort hängt davon ab, wer die Arbeiten ausgeführt hat und unter welchen Bedingungen die Pfuscharbeiten entstanden sind.

Als Fachbetrieb für Elektroinstallationen sehen wir regelmäßig die Folgen fehlerhafter Eigenleistungen oder von Handwerkern, die nicht nach den geltenden VDE-Normen arbeiten. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen die Haftungsregeln, was Versicherungen zahlen und wie Sie sich vor Elektroschäden schützen.

Haftung des Handwerkers bei fehlerhafter Ausführung

Führt ein Elektriker oder eine Elektrofachkraft die Arbeiten fehlerhaft aus, haftet dieser Handwerker für alle entstehenden Schäden. Das ist in Deutschland klar geregelt: Wer ein Gewerk nicht nach den anerkannten Regeln der Technik ausführt, verstößt gegen die Gewährleistungspflicht.

Die Haftung umfasst:

  • Direkter Sachschaden: Beschädigte Geräte, zerstörte Installationen, Brandschäden
  • Folgeschäden: Reparaturkosten für sekundäre Ausfälle, beschädigte Elektronik
  • Personalkosten: Kosten für die Beseitigung der Mängel durch einen Fachbetrieb
  • Vermögensschäden: In schweren Fällen auch Schadensersatz für Ausfallzeiten oder Betriebsunterbrechung

Wichtig: Der Handwerker muss aber tatsächlich fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt haben. Wer nach den VDE-Normen arbeitet und trotzdem ein Problem auftritt, trägt nicht automatisch die volle Haftung.

Eigenleistungen und private Elektroarbeiten – das Risiko

Viele Hausbesitzer führen Elektroarbeiten in Eigenleistung durch oder beauftragen schwarze Handwerker ohne Fachqualifikation. Das ist rechtlich problematisch – und besonders beim Schadensfall teuer.

Wenn Sie selbst oder ein unqualifizierter Handwerker die Arbeit gemacht hat und dadurch ein Elektroschaden auftritt, können Sie:

  • Nicht auf die Gewährleistung des Handwerkers klagen (es gibt ja keinen Handwerker mit Qualifikation)
  • Eventuell Ihre Versicherung in Regress nehmen lassen, wenn diese nachweisen kann, dass fahrlässige Arbeit der Grund war
  • Im Extremfall strafrechtliche Konsequenzen tragen, wenn durch die fehlerhafte Installation ein Brand oder Stromschlag entsteht

Deshalb empfehlen wir: Elektroarbeiten sollten immer von einem geprüften Fachbetrieb nach VDE-Normen durchgeführt werden. Das ist nicht nur sicherer – es ist auch rechtlich die einzige Möglichkeit, im Schadensfall abgesichert zu sein.

Versicherung und Schadensersatz

Die Haftpflichtversicherung des Handwerkers oder auch Ihre eigene Hausratversicherung können bei Elektroschäden greifen – aber es gibt Grenzen.

Haftpflichtversicherung des Handwerkers: Wenn ein Fachbetrieb die Arbeiten gemacht hat, trägt dessen Versicherung den Schaden – vorausgesetzt, nachgewiesen wird, dass die Pfuscharbeiten der Grund waren. Der Geschädigte meldet den Schaden bei der Versicherung des Handwerkers an.

Hausratversicherung des Eigentümers: Wenn bei Ihnen zu Hause ein Elektroschaden durch fehlerhafte Installation entsteht, kann unter Umständen Ihre Hausratversicherung zahlen – aber oft mit Einschränkungen. Viele Policen decken Schäden nicht ab, wenn nachgewiesen wird, dass handwerkliche Fahrlässigkeit der Grund war. Oft wird die Versicherung dann in Regress gehen und den Handwerker zur Kasse bitten.

Gebäudeversicherung: Für Brände durch fehlerhafte Elektroinstallationen kann die Gebäudeversicherung zahlen, versucht aber oft, Regress gegen den verursachenden Handwerker zu nehmen.

Tipp: Lesen Sie Ihre Versicherungspolice genau. Viele Versicherer schließen Schäden durch unsachgemäße Elektroarbeiten explizit aus.

Der Sicherungskasten und die Modernisierung – Risiken minimieren

Viele Elektroschäden entstehen durch veraltete oder falsch installierte Sicherungskästen. Wer einen alten Sicherungskasten modernisieren lässt, sollte dies unbedingt einem Fachbetrieb anvertrauen.

Ein fehlerhaft modernisierter Sicherungskasten mit falsch dimensionierten Leitungsschutzschaltern oder fehlenden FI-Schutzschaltern kann zu Bränden, Stromschlägen oder Ausfällen führen. Wenn dann ein unqualifizierter Handwerker die Schuld trägt, zahlt er – notfalls über Jahre hinweg.

Strafrechtliche Konsequenzen bei schweren Elektroschäden

Bei besonders schweren Elektroschäden – etwa wenn durch fehlerhafte Elektroinstallation ein Brand entsteht oder jemand verletzt wird – können auch strafrechtliche Konsequenzen folgen.

Das Strafgesetzbuch (StGB) sieht vor:

  • Fahrlässige Körperverletzung: Wenn jemand durch Stromschlag oder Elektrobrand verletzt wird (bis 3 Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe)
  • Fahrlässige Brandstiftung: Wenn der Elektroschaden zu einem Brand führt (bis 5 Jahre Freiheitsstrafe)
  • Fahrlässige Tötung: Im schlimmsten Fall, wenn jemand stirbt (bis 5 Jahre Freiheitsstrafe)

Das gilt sowohl für professionelle Handwerker als auch für Privatpersonen, die Elektroarbeiten fehlerhaft durchführen.

Dokumentation und Abnahmeprotokolle – der Schutz

Um Haftungsfragen zu klären, ist eine korrekte Dokumentation entscheidend. Ein seriöser Fachbetrieb stellt nach Abschluss der Arbeiten:

  • Ein Abnahmekennzeichen oder Abnahmeprotokoll
  • Eine Prüfbescheinigung oder E-Check-Zertifikat (je nach Arbeitsumfang)
  • Eine Garantieurkunde mit Gewährleistungsfrist (meist 24 Monate)

Diese Dokumente sind wertvoll. Sie beweisen im Schadensfall, dass die Arbeiten nach VDE-Normen ausgeführt wurden. Ohne solche Nachweise wird es bei Rechtsstreitigkeiten schwierig.

Wenn Sie Elektroarbeiten beauftragen, fragen Sie immer nach Abnahmeprotokollen und Zertifikaten. Das ist nicht nur für Ihre Versicherung wichtig – es ist auch ein Zeichen, dass der Handwerker seriös arbeitet.

Tipp: E-Check als Sicherheitsmaßnahme

Wenn Sie ein Haus gekauft haben oder sich unsicher sind, ob die Elektroinstallation fehlerhaft ist, lohnt sich ein E-Check vor dem Hauskauf. Dieser Prüfbericht dokumentiert den Zustand der Elektroanlage und zeigt auf, wo Mängel oder Gefahren vorhanden sind.

Das hat mehrere Vorteile: Sie wissen, ob versteckte Pfuscharbeiten vorhanden sind, können diese dokumentieren und bei Bedarf den Verkäufer oder früheren Handwerker zur Rechenschaft ziehen.

Unser Fazit: Prävention statt Haftung

Die wichtigste Erkenntnis ist: Elektroarbeiten müssen von Fachleuten durchgeführt werden, die nach VDE-Normen arbeiten. Das verhindert nicht nur Brände, Stromschläge und Sachschäden – es schützt Sie auch rechtlich und spart Ihnen Haftungsstreitigkeiten.

Wir als Fachbetrieb führen alle Arbeiten mit korrekter Dokumentation und Gewährleistung durch. So sind Sie im Schadensfall abgesichert – und haben Ruhe vor Haftungsfragen.

Kontaktieren Sie uns – für sichere Elektroinstallationen

Sie haben Fragen zur Haftung bei Elektroschäden? Sie wollen eine fehlerhafte Installation korrigieren lassen? Wir sind Ihr Elektriker und helfen Ihnen schnell und zuverlässig. Unser Team ist deutschlandweit tätig und führt alle Arbeiten nach VDE-Normen durch. Rufen Sie uns an – wir sind auch am Wochenende und nachts erreichbar und geben Ihnen sofort Klarheit.

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